Kommunismus - trotz oder wegen Lenin?
Shownotes
Krieg, Krise und eine starke AFD. Seit Februar 2022 gibt es für die deutsche Linke dicke Bretter zu bohren. Mal wieder stehen Debatten über Imperialismus und Parteiorganisationen; über Sozialdemokratie und Verzicht fürs Vaterland im Raum. Wenn eine historische Zeitenwende heraufbeschwört wird, dann wird es Zeit, Wenden in der Historie zu betrachten.
Mit Daniel Kulla unterhalten wir uns über Lenin und die Arbeiterklasse. Dabei geht es uns nicht um die theoretische Aufarbeitung einzelner Texte, sondern um die revolutionären Perspektiven in Europa des 1. Weltkrieges und darüberhinaus. Im Gespräch versuchen wir zu ergründen, warum eine linke Spontanität, Horizontalität und Vitalität immer stärker einer Parteidisziplin gewichen sind. Der auf Elitekadern und Militarisierung basierende Marxismus-Leninismus (ML) entwickelte sich zur offiziellen Ideologie, welche bis heute Bauern in China mit „roten Gruppen“ in deutschen Universitätsstädten verbindet.
Was das Alles dann mit Handwerkergesellen, besetzten Fabriken in Argentinien, ein Aufwachsen in DDR Plattenbauten und der Kritik an der Antideutschen Linken zu tun hat, erfahrt Ihr nur beim Anhören.
Daniel Kulla: Geboren 1977 in der DDR ist Schriftsteller, Künstler und beschäftigt sich mit der Geschichte der arbeitenden Menschen. Seine Bücher wie z.B. „Entschwörungstheorie. Niemand regiert die Welt“, „Leben im Rausch. Evolution, Geschichte, Aufstand.“ und “Sin Patrón – Herrenlos. Arbeiten ohne Chefs” sind äußerst empfehlenswert. Daniel Kulla hat viele interessante Vorträge z.B. über Revolutionen in Deutschland im Repertoire. Zu finden unter: https://www.classless.org/
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